Evénements à venir

Samedi 12 mai. 18 h

Concert - Conférence à la médiathèque de Gisors.

 

Lundi 17 septembre. 14 h

Concert - Conférence au théâtre de la Huchette. Paris

 

 

Geschicte der Glasinstrumente

Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Glasinstrumente

Diese Seiten erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit - es eröffnen sich bei unseren Recherchen, die in den 1980ern ihren Anfang nahmen, mit jedem neuen Akteur Schritt für Schritt neue Wege. Diese Zusammenfassung möchte das Wesentliche einer reich mit schicksalhaften Wendungen behafteten Geschichte sowie die Zusammenhänge zwischen den Instrumenten und denjenigen erzählen, die auf künstlerische, technische, wissenschaftliche, philosophische oder soziale Weise damit verbunden sind.
Unser besonderer Dank gilt allen Konservatoren und Bibliothekaren, die uns bei unserer Suche in einer Zeit unterstützt haben, in der es noch kein Internet gegeben hat, und insbesondere denjenigen unter Ihnen, die in den „osteuropäischen Ländern“ arbeiten und leben und die sich enthusiastisch und unermüdlich mit unseren gelegentlich recht unerwarteten Anfragen beschäftigt haben. Unser Dank gilt auch Alec Hyatt King und Bruno Hoffmann, die das Gebiet in den 1950ern erschlossen und uns damit den Weg zur Wiederentdeckung dieses vergessenen musikalischen Kontinents geebnet haben. Allen ein herzliches DANKE SCHÖN.

Die ersten Instrumente, die von und für Transparences konstruiert wurden - das Glasorchester – sind die gleichen Instrumente, die bereits im 18. Jahrhundert zum Träumen verleitet haben.

- Die Glasharfe
- Die Glasharmonika
- Glasklavier mit Glasplatten und Kristallophon
- Glasflöte
- Euphon und Clavicylinder
- Pyrophon


Die Glasharfe. (Seraphin, Glasharpf, Seraphim, Verillon, Harmonicon, Gläserspiel)

* Die Geschichte bis zum 18. Jahrhundert: Vielmehr ein Studienobjekt als ein Instrument. Wurde als Perkussionsinstrument gespielt.

Die Studie der Texte und Traditionen offenbart eine musikalische Entwicklung der Gläser - und der Porzellankelche – die sich über einen langen Zeitraum in den weit entfernten kulturellen Sphären abspielte.


In Asien.
Eine musikalische Zusammenstellung um 1300 mit chinesischen Musikinstrumenten namens „Shui chan“: Porzellankelche, die mit Stöckchen geschlagen wurden. In Japan findet man hingegen das „Hi“.
Es gibt Hinweise auf andere Instrumente im 14. Jahrhundert in Persien („Avanie; Tardjaharat; Djarar“ ) und in Arabien die „Sazi kasat“, mit Wasser gefüllte Tonkrüge; und im 15. Jahrhundert das „Kizam“ - aus Kelchen – und das „Khaurabi“ - aus Tonkrügen.
Und bis heute spielt man in Südindien das Jalatarang, das man stimmt, indem die Keramikschalen mit Wasser gefüllt werden, je nachdem welcher Raga interpretiert werden soll.

Die Verwendung von Porzellangeschirr zu musikalischen Zwecken hat also eine lange Tradition in Asien.

Im Abendland.
* Vor dem 18. Jahrhundert: Wissenschaftliches Interesse am Klang der Gläser.
-1492 - In der Theoria musicae von Gafori ist ein Stich abgebildet, der Pythagoras zeigt, wie er mit Stöckchen auf mit einer Flüssigkeit gefüllte Gläser schlägt.
- 1596 - Ein Verzeichnis des Kunsthistorischen Museums zitiert: „Ein Instrument mit Glasglöckchen“ - mit 3 Oktaven und einer Terz, mit Halbtönen -.
- 1627 - Iim „Sylva Sylvarum“ reibt Fr. Bacon die Ränder von Gläsern, um zu zeigen, wie sich der Druck der Wände auf die Flüssigkeit auswirkt: “es entstehen kleine Wellen und Sprenkel“, aber seine Neugier gilt nicht dem Klang. Man kann annehmen, dass aufgrund der Qualität des Glases in dieser Epoche alleine durch Reibung kein richtiger Klang erzeugt werden konnte (Art der Glaszusammensetzung, keine glatte Oberfläche, zu dick,…?)
- 1638 - G. Galilei spricht in seinem Werk „Unterredungen und mathematische Demonstrationen über zwei neue Wissenszweige“ ganz deutlich von einer Musiknote, die durch das Reiben eines Glases erzeugt wurde. Er weist anschließend darauf hin, dass man mit ein und demselben Glas von einer Oktave zur nächsten springen kann – Erzeugung von Harmonien – Sein Ziel ist es, die Wellenerscheinungen mathematisch zu untersuchen. Er beobachtet die Wellen auf der Oberfläche der Flüssigkeit und erfasst dabei auch die Tonhöhe der Noten. Durch seine Beobachtungen kann er bestätigen, dass es einen mathematischen Zusammenhang zwischen der Füllhöhe und den erzeugten Noten gibt. Das Thema seiner Studie behandelt allerdings mathematische und physikalische Grundlagen, nicht die Musik.
- 1647 - Ein Bericht von Reisen durch den Orient in deutscher Sprache (Inhalt der Klammer gelöscht) beschreibt orientalische Porzellaninstrumente. Folglich ist diese instrumentale Praxis seit dem 17. Jahrhundert im Abendland bekannt.
- 1673 - Der Pater A. Kircher beschreibt in seinem Buch „Phonurgia nova“ ein unterschiedlich gefülltes „Gläserspiel“ und spricht von seiner Musikalität. Allerdings verblüfft die Form und Stärke der Gläser im Hinblick auf die durch Reibung erzeugten Töne, und der Autor spricht nicht über die Interpretation.
- 1677 - Die Abhandlung „Deliciae physico-mathematicae“ - eine Zusammenstellung der Arbeiten von D. Schwenter durch G.P. Harsdorfer – beschreibt, wie man „eine fröhliche Musik mit Wein“ macht, indem man die Gläser unterschiedlich füllt und darüber streicht. Dieser Text behandelt auch den Zusammenhang zwischen den erzeugten Tönen und der „Medizin der 4 Temperamente“.

* Zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Verwendung von Gläsern zu musikalischen Zwecken:
- 1732 - G. Walther spricht in seinem Werk „Musicalisches Lexicon“ vom „Verillon“, von seiner Konstruktion und von seinem Einsatz im Konzert durch "Herrn C.G. Helmond "aus Schlesien, in Begleitung eines Kontrabasses und mehrerer Violinen. Die Gläser werden mit Stöckchen geschlagen.
- 1738 - J.Ph Eisel liefert im „Musicus autodidaktos“ eine Anleitung zum Musizieren in der Kirche und auf verschiedenen Feierlichkeiten. Die Gläser werden geschlagen und/oder gerieben.
- Die Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert – im Artikel: „Gläserspiel“ (Verillon) wird diese orientalische instrumentale Praxis zitiert. Letzter Satz gelöscht.

* Richard Pockridge revolutioniert die Spielweise. (1690-1759). Irland.
- 1741 - Er konstruiert seine „angelic organ (weitere Bezeichnungen: Seraphin, Seraphim, Glasharfe). Erste Konzerte im Jahr 1743. Zu Beginn schlägt er das Instrument, in der weiteren Entwicklung erzeugt er die Töne durch Reibung, das Stimmen erfolgt durch Befüllen der Gläser. Diese außergewöhnliche Persönlichkeit macht die Glasharfe zu einem angesehenen Musikinstrument, gibt Konzerte, interpretiert Adaptionen bekannter Werke und beliebter Melodien, solo und auch in Begleitung anderer Instrumente und eines Sängers. Seine Darbietungen auf den angelsächsischen Inseln und seine Virtuosität machen diese musikalische Praxis enorm populär. Er kommt bei einem Brand neben seinem Instrument ums Leben.

- 1746 in London und 1749 in Kopenhagen: C.W Glück spielt während eines öffentlichen Konzerts auf einem Glasspiel. Diese öffentliche Darbietung einer Persönlichkeit dieses Rangs bestätigt das große Interesse an diesen Klängen.

* Miss Ann Ford. (1737 – 1824)
"The only instrument one from which you hear the effect without the cause", beschreibt sie.
- 1761 veröffentlicht sie in London eine Lehrmethode: “Instructions for playing on the musical glasses”. Hier findet man eine Anleitung für den Bau einer Glasharfe und wie man sie spielt, sowie eine Sammlung von Musikstücken: Tanzstücke, Gesangsbegleitungen, religiöse Musik. Sie musiziert ihr ganzes Leben auf der Glasharfe und prophezeit enthusiastisch, dass dieses Begleitinstrument "für alle die singen genauso üblich wie das Cembalo werden wird".

* Eine lang anhaltende Tradition in Europa.
Im Verlauf des gesamten 19. Jahrhunderts erlebte sowohl die Glasharfe als auch die Glasharmonika ihre Hochblüte. Eine beliebte Tradition in Großbritannien, wo man 1823 (Schottland) ein Konzert mit zwei Interpreten auf 120 Gläsern über 6 Oktaven und 1830 ein Konzert mit 5 Interpreten ankündigte….

* Tradition in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Glasharfe war hier viel populärer als die Glasharmonika. Zweifelsohne weil sie weniger kostete, als weniger schlecht für die Gesundheit erachtet wurde und ein lebhafteres Spiel erlaubte.

Einige Interpreten der Glasharfe ließen sich als „Instrumentenbauer“ nieder, und indem sie Profit aus dem Verkauf der Glasspiele schlugen, wurden sie auch für die Erfinder des Instruments gehalten.
- 1813 veröffentlicht J.E. Franklin eine Lehrmethode für das „Seraphim“.
- Francis Hopkinson Smith (1797-1872), ein Nachkomme von Francis Hopkinson, erfindet das „große Harmonicon“ und reicht 1826 ein Patent für die Erfindung ein. (Was Benjamin Franklin bei der Glasharmonika versäumt hat!) Er veröffentlicht "Instructions for the Grand Harmonicon"[. Dieses allererste Handbuch enthält 57 profane und 21 religiöse Musikstücke. Die 3. Ausgabe (1831) enthält bereits über 103 religiöse Stücke.

* Der andere „Erfinder“: J.B.J Mattau. (1788-1867)
In Brüssel konstruiert dieser Tanzmeister und Balldirektor am Hof von Leopold I. von Belgien große Glasspiele, die er als seine Erfindung auf der Weltausstellung 1855 ausstellt. G. Rossini lobt sein Talent….

* Der Meister Bruno Hoffmann. (1913-1991).
Er führte intensive historische Recherchen durch und erweiterte das Repertoire erheblich, zwischen 1940/80 gab er eine Vielzahl von Konzerten auf der ganzen Welt und trug zahlreiche in Vergessenheit geratene Werke zusammen. Letzter Satz gelöscht.

Transparences – das Glasorchester zählt mehrere Glasspiele über 4 Oktaven, die aus eigenen Werkstätten stammen.

Die Glasharmonika (Armonica, Glass Harmonica, Harmonika, Glasorgel,…)

* Benjamin Franklin erfindet die "Armonica“: Eine musikalische Revolution

- 1760 entdeckt Benjamin Franklin, Diplomat in London, die Glasmusik, als er seinem Kollegen E. H. Delaval in der Royal Society zuhört, der ein Virtuose auf diesem Gebiet ist. Er verfällt sofort dem Charme dieser „überirdischen“ Klänge. Sehr musikalisch – und technisch begabt – sucht er eine Lösung, um den reinen Klang der Gläser noch zu verbessern und erfindet in der Folge die "Armonika" (Glasharmonika, Glass Harmonica, Harmonika).

Brief von Benjamin Franklin an den Abbé Beccaria:
(Er schreibt ihm von seiner Erfindung)
« Mr. E. Delaval (…) was the first I saw or heard.Being charmed by the sweetness of its tones, and the music he produced from it, I wished only to see the glasses disposed in a more convenient form, and brougth together in a narrower compass, so as to admit of a greater number of tones, and all within reach of hand to a person sitting before the instrument (…) To distinguish the glasses the more readily to the eye, I have painted the apparent parts of the glasses (…) turning with the foot(…) and wetting them now and then with a sponge and clean water (…) a little fine chalk upon them (…) to make them catch the glass and bring out the tones more readily.
« The advantages of this instrument are, that its tones are incomparable sweet beyond those of any other; that they may be swelled and softened at pleasure by stronger or weaker pressures of the finger, and continues to any length; and that the instrument, being once well tuned, never again wants tuning"."In honour of your musical language, I have borrowed from it the name of this instrument, calling it the Armonica". 13. Juli 1762.
Giovanni Battista Beccaria antwortete ihm erst 1771...
Bardeu du Bourg übersetzt 1773 die Schriften Benjamin Franklins ins Französische, darunter auch die Präsentation der Glasharmonika.
Das neue Instrument bietet die folgenden Vorzüge:

Glasspiel/Glasharfe

Armonica

Eingeschränktes Spiel

Freieres Spiel

Man stimmt die Gläser, indem man sie mit Flüssigkeit füllt, aber durch die Verdunstung müssen sie recht schnell neu gestimmt werden.

Die Kelche bleiben aufgrund ihrer Konstruktion immer gestimmt.

Der Instrumentalist benötigt einen Großteil seiner Energie, um mit der angefeuchteten Fingerkuppe rund um die Gläser zu streichen.

Es sind die Gläser, die sich drehen; die Energie des Instrumentalisten konzentriert sich voll und ganz auf die Musik.

Der Abstand zwischen den Gläsern erlaubte nur Akkorde mit höchstens sechs Noten.

Die Anordnung der Kelche ermöglicht Akkorde mit zehn Noten.

 

Durch die Verschachtelung der Kelche ist eine umfangreichere Klangfarbe bis hin zu den tiefen Tönen möglich.
Laut Thomas Jefferson ist die Armonica “the greatest present wich have been made to the musical world of this century, not excepting the pianoforte”

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Die zeitgenössische Technologie ermöglicht neue Lösungen

Heutzutage ermöglichen neue Materialien (z.B. genormte Glasröhren) eine dauerhafte Stimmung des Instruments über die entsprechende Länge der Röhren. Die Abstände zwischen den nebeneinander liegenden Röhren begrenzen jedoch noch immer jedes harmonische Spiel mit umfangreicheren und komplexen Akkorden. Im Gegenzug ermöglichen die neuen Glaszusammensetzungen die Erzeugung von neuen Klängen und Tonfarben.

* Die weiteren musikalischen Aktivitäten von Benjamin Franklin:
Benjamin Franklin praktizierte neben dem Gesang auch das Harfenspiel, spielte die Gitarre und war ein Kenner der Geschichte, Musiktheorie und Harmonielehre. Er war Musikverleger und Drucker und betätigte sich auch als Musikkritiker.

* Die Glasharmonika im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts
Erfunden im Jahr 1761: Ganz im Geist der Empfindsamkeit dieser Epoche erobert das Instrument Europa im Sturm. Sein dynamisches Spiel passt sich ausgezeichnet der Vorliebe für die neue stimmliche Ästhetik an. Sein neuartiger Klang zieht zahlreiche Neugierige an, die von den abwechslungsreichen Harmonien fasziniert sind. Seine ätherisch himmlischen Klänge wecken die Vorstellung von „sphärischer Musik“. Seine Ergonomie gibt Antwort auf die Suche nach einem lang anhaltenden Ton.
- 1762: Bereits in diesem Jahr gibt Marianne Davies ihre ersten Konzerte in Britannien.
- 1768: Gemeinsam mit ihrer Schwester, der Sopranistin Cécilia, gibt sie auch Konzerte auf dem Kontinent.
- ab 1774 nimmt sich Franz Anton Mesmer der Glasharmonika an.

Der Erfolg des Instruments in Preußen, in Österreich und in den skandinavischen Ländern ist so groß, daß die fürstlichen Orchester einen Glasharmonikaspieler beschäftigten.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts nimmt der Enthusiasmus ein wenig ab und Gaetano Donizetti hat Mühe, einen Instrumentisten für die Uraufführung von „Lucia de Lammermoor“ zu finden (1835 Neapel, 1839 Paris).

Trotz allem prägt die Glasharmonika die Musikgeschichte und die musikalische, soziale und künstlerische Vorstellungswelt: Honoré de Balzac und Gustave Flaubert sprechen immer noch von ihr und 1919 baut Richard Strauss sie in seine Oper „Die Frau ohne Schatten" ein.

Heute schätzt man die Zahl der für dieses Instrument geschriebenen Stücke auf nahezu 500, wobei zahlreiche Partituren noch auf ihre Erweckung aus dem Dornröschenschlaf warten. (Mitunter wurde eine Partitur „für Glasharmonika oder Pianoforte“ komponiert.)

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* Die Glasharmonika in den USA des 18. und 19. Jahrhunderts
Hier besteht ein wirklich großes Interesse an diesem Instrument. Freilich hatten in den damaligen Kolonien „Konzertbesuche“ keinen so hohen sozialen Stellenwert wie in Europa, das erklärt zweifelsohne, warum die Studie der Programme, der Pressemitteilungen und der Korrespondenzen nur eine geringe Präsenz des Instruments in öffentlichen Konzerten offenbart:
- Im Süden dient die Glasharmonika im Rahmen der profanen Musik zur Interpretation einer bunten Mischung von Liedern, Melodien und Opernarien, mit Zusammenstellungen von Werken von Joseph Haydn, Adalbert Girovetz, Ignace Joseph Pleyel, Jan ladislav Dussek, André Gretry,…
- Im Norden wird das Musikleben weit mehr von der Religion bestimmt, und man kann sich vorstellen, dass die Glasharmonika hier vermehrt für religiöse Zwecke eingesetzt wird.

Zwei der Glasharmonika geweihte Karrieren

* Mary Ann Davies - erste Virtuosin und Botschafterin der Glasharmonika (1743/4 ?- 1816/19 ?)

Die gebürtige Irländerin Marianne Davies, „La Inglésina“, die Nichte von Benjamin Franklin, gibt 1761 in London ihr erstes Konzert an der Glasharmonika und tourt anschließend durch ganz Britannien. 1765 bricht sie von Paris aus zu einer Konzerttournee auf dem Kontinent auf: " Mademoiselle Davies bietet an, Konzerte zu geben, unter der Bedingung, dass ihr ein Wagen geschickt und ihr Konzert am Tage zuvor angekündigt wird" (aus der Zeitung "L'Avant Coureur"). Ab 1768 tritt Sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester, der Sopranistin Cécilia auf.Johann Adolph Hasse komponiert für die beiden die Kantate „l’Armonica“ (Libretto: Metastasio, Uraufführung am 27 Juni 1769). Im Jahr 1773 lernt Mary Ann Davies in Wien Wolfgang Amadeus Mozart kennen, der die Glasharmonika ausprobiert, diese der zukünftigen Königin Marie Antoinette vorstellt und anschließend Franz Anton Mesmer leiht. Die Komponisten Carl Philipp Emmanuel Bach, Johann Christoph Friedrich Bach, Wilhelm Friedemann Bach, Nicolo Jommelli et Christoph Willibald Glück versenden Empfehlungsschreiben für die Schwestern Davis an Fürstenhöfe: Eine Korrespondenz, die das Interesse dieser Männer an dem Instrument seit 1770 beweist!

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* Marianne Kirchgessner (1769-1808): Die „Diva“ der Glasharmonika
Die junge Marianne Kirchgessner, die mit etwa 4 Jahren erblindet, ist eine virtuose Pianistin, die ihr ganzes Leben dem Klavier verschreibt und das Spiel auf der Glasharmonika perfektioniert. Sie genießt eine 10-jährige Ausbildung beim Kapellmeister Alois Schmittbauer (1717-1809) – Orgelbauer, Musiker und Komponist für die Glasharmonika – in Karlsruhe. Ihr erster Mäzen - Joseph (Anton Siegmund)von Beroldingen - baut ein Instrument für sie, ein zweiter Mäzen – der Musikverleger Heinrich Philipp Bossler – begleitet sie auf einer 18-jährigen Konzertreise. Ihre Konzertreise von 1791 bis 1800 bringt sie von London bis nach Nordeuropa. Bis zu ihrem Tod 1808 macht sie von Gohlis aus, wo sie sich niedergelassen hat, noch kleinere Konzertreisen nach Deutschland und Österreich, wo sie Johann Wolfgang von Goethe spielen hört.

Die Presse und die Öffentlichkeit sind sich einig : Sie würdigen ihre meisterhafte Technik, ihr außerordentlich feinfühliges Spiel und ihre Fähigkeit, das ganze Potenzial der Glasharmonika auszuspielen: „Bisher hörten wir nur bloße schwerfällige, melancholische Adagios auf diesem Instrument (…) sie spielt sie vollgriffig mit ganzer Harmonie, spielt wunderbare Kompositionen, mit unnachahmlicher Nuancierung (…) ihre Triller sind unnachahmlich und Allegros, die vor ihr noch kein Künstler gewagt hat, spielt sie mit einer unglaublichen Fertigkeit (…) sie spielt fröhliche Musikstücke, lieblich und voller Grazie und Empfindung“; es klingt wie „die Stimme der Nachtigall, die um Mitternacht weit entfernt in einer zauberhaften Gegend erstirbt“ (Ch.Fr. Schubart)

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Ihr Talent beeindruckt und beflügelt Wolfgang Amadeus Mozart, der sich 1971 dazu entschließt, für die Glasharmonika zu komponieren (das Instrument ist ihm bereits mindestens seit 1776 bekannt!) Er widmet Marianne Kirchgessner das Adagio (KV 617a) für Glasharmonika solo, und das Adagio und Rondo (KV 617) für Glasharmonika, Viola, Violoncello, Flöte und Oboe. Bei der Uraufführung spielte er selbst die Viola. Muzio Clementi, Antonio Salieri, Johann Baptist Wanhal (Van Hall), Johann Gottlied Naumann, Joseph Haydn, Johann Friedrich Reichardt, Franz Anton Hoffmeister besuchten alle seine Konzerte.

Weitere markante Persönlichkeiten

Kein anderer Glasharmonikaspieler war in diesem Ausmaß bekannt, aber einige waren doch in der Lage, das Publikum durch ihr meisterhaftes Spiel und ihr Gefühl für das Instrument zu verführen:
- Angelika Kauffmann (1741-1807); besser bekannt als Malerin in London.
- Johann Gottlieb Naumann (1741-1801); Musiker und Komponist.
- Die Brüder Paul (1761 - 1815 -?-) und Vincenz Mascheck (1755-1831); vor allem letzterer war als Virtuose der Glasharmonika bekannt.
- Jan Ladislav Dussek (1760–1812); Musiker und Komponist.
- Charles Joseph Hullmandel (1789-1850); Musiker, Pädagoge und Lehrmeister für das Klavier.
- Dr. Ch. H. Rink (??), Hoforganist in Darmstadt.
- Philipp Joseph Frick (1742-1798).
- Aloys Schmittbauer (1717-1809); Komponist, Orgelbauer und Pädagoge.
- Karl Leopold Röllig (1754 - 1804); Orgelbauer und Erfinder der Orphica.
- Johann Christian Müller; Redakteur eines Schulwerks im Jahr 1788.
- Die beiden Karl Ferdinand Pöhl (Vater und Sohn dates ????); Musiker und Harmonikabauer.
- Franz Conrad Bartl (1750-1813); Hersteller der Glasharmonika mit Klaviatur

Fertigung der Glasharmonika

* Das klassische Instrument
- Stimmumfang: Für gewöhnlich mit 3 Oktaven und einer Quart – der Stimmumfang verläuft (üblicherweise) von re (146.8 Hz) bis mi (1318 Hz, unter Berücksichtigung, daß der Stimmton in dieser Epoche nahezu ein Viertelton tiefer liegt)
- Zum Großteil aus Kalikalkglas.
- Weißes und/oder in der Masse gefärbtes oder bemaltes Glas.
-Rotation: Durch ein Fußpedal, ähnlich der „Nähmaschine“ - exzentrischer Achsansatz – und/oder über eine Handkurbel.
- Das Gehäuse besteht aus verschiedenen, mehr oder weniger verzierten Hölzern.

*Verschiedene Verbesserungen und Weiterentwicklungen
Die Harmonikabauer haben fortlaufend versucht, die Ausdrucksfähigkeit durch Verbesserung der Vibration und des Spielkomforts zu optimieren.
- Indem sie ein Schwungrad an der Achse hinzugefügt haben, um die Rotation zu verbessern.
- Indem sie verschiedene Umsetzungssysteme installierten (Räder, Achsen und Zahnriemen), um unterschiedliche Geschwindigkeiten zu erreichen.
- Indem sie chromatisch veränderte Töne durch bunte Bänder kennzeichneten.
- Indem sie Glas in unterschiedlicher Qualität herstellten.
- Indem sie die störenden Nebengeräusche des Pedals durch Federungssysteme minimierten, da diese die Hörqualität des von Natur aus leisen Instruments verunreinigten.

 

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- Indem sie eine Klaviaturinstallierten:
- Um das Spiel selbst und das Erlernen des Instruments zu „erleichtern“. Auch Benjamin Franklin interessiert sich für diese Arbeiten (Brief an den Comte de Salmes. Passy [Paris], 1785)
- Um die Glöckchen nicht mit den Fingern reiben zu müssen (wegen eines vermuteten gesundheitlichen Risikos).
Das Reiben der Glocken wird einer Mechanik mit Kissen zum Darüberstreichen überlassen, die am Ende der Tasten sitzen (1779 überlegt Mazzuchi, Geigenbögen zu installieren). Diese verschiedenen Arbeiten resultierten in sperrigen, lauten und überteuerten Instrumenten, deren Klangreinheit jedoch nicht verbessert werden konnte. Jede Glocke hat ihr eigenes Profil und das Erlernen ihres „Anschlags“ ist notwendig, wenn man die richtigen Schwingungen „erarbeiten“ möchte, um den gewünschten Ton zu erzielen. Alle diese mechanischen Systeme führten in eine Sackgasse.
Unter den Urhebern der Klavierharmonika sind unter anderem zu nennen: 1769 Philipp Joseph Frick; 1782 Hessel in St Petersburg; 1784 H. Klein, Meyer und D. F Nicolai in Görtlitz; 1785 wieder Hessel in St. Petersburg; 1786 L. C. Röllig; 1787 Hopkinson in den USA (Mit Metallglöckchen: „das Bell-Harmonium“) 1797 F. C. Bartl in Olmütz; 1798 Grassa in Böhmen,...

* Die Glasharmonikabauer und die Fertigung
Gab es eine richtige Glasharmonika-„Industrie“? Es ist schwer, die Anzahl der tatsächlich gebauten Instrumente anhand der heute in den Museen aufbewahrten Stücke zu beziffern. Die menschlichen, technischen und finanziellen Informationen über die Herstellung und den Handel müssen noch gesammelt werden. Gewiss haben zahlreiche Musiker und Musikliebhaber solche Instrumente gefertigt – oder anfertigen lassen – aber inwieweit ist das über den Kreis der engeren Bekannten hinausgegangen?
Zum heutigen Stand der Kenntnisse erweist sich die Familie Pöhl als Ausnahme.

 

* Die Familie Pöhl: Die Familie stellt vom 18. bis zum 20. Jahrhundert Glasharmoniken her
- Der Tischler Franz Ferdinand Pöhl (1748-1809) fertigt eine Glasharmonika an und schließt sich dafür mit einer Glashütte in Oberkreibitz in Böhmen zusammen. In der Hoffnung auf einen einträglichen Handel stellt er anschließend das Instrument auf Messen in Leipzig, Dresden, Prag und Wien vor.. Er ist Lieferant der Fürstenfamilie Esterhazy und spielt das Instrument auch selbst. Zwei seiner Söhne schlagen den gleichen Weg ein :
(1) Karl Ferdinand Pöhl: Harmonikabauer, Musiker, Komponist, Kammermusiker und Musikbibliothekar am Darmstädter Hof bis 1818.
- Sein Sohn Karl Ferdinand (Enkel von Franz Ferdinand Pöhl), Autor eines Buches über die Glasharmonika und Biograf von Joseph Haydn.
(2) Alois Karl Pöhl. Er beginnt mit der Fabrikation in Kreibitz (1816).
- Sein Sohn Emanuel Pöhl ist Harmonikabauer in Kreibitz und Musiker. 1862 werden die Instrumente auf der Weltausstellung in London ausgestellt.
- Dessen Sohn Karl Ferdinand Pöhl restauriert und konstruiert bis 1945 Harmoniken in Zittau. Er ist es auch gewesen, der die Glasharmonika für Richard Strauss’ "Frau ohne Schatten“ repariert hat. (Uraufführung an der Wiener Oper 1919). Bruno Hoffmann spielt 1942 vor ihm.

18. Jahrhundert: Eingeschränkte Spielbarkeit und begrenzte Hörqualität

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Für ein so teuer erworbenes zerbrechliches Instrument sind im 18. Jahrhundert auch andere Spielbedingungen von Bedeutung:
- Die richtige Atmosphäre und das Wasser: Man benötigt vorzugsweise „eine temperierte Atmosphäre, weder zu heiß, noch zu kalt“ (Karl Leopold Röllig), um den Grundton des Kelches zum Schwingen zu bringen und nicht seine Obertöne. Die Musiker dieser Epoche bevorzugen ihr „eigenes“ Wasser und tragen es stets bei sich. „Quellwasser“ wird bevorzugt. Man versucht die Griffigkeit der Kelche zu verbessern, indem man die Fingerkuppen entsprechend vorbereitet. Im Fall von Benjamin Franklin war es Kreide.
- Eine besondere Ausbildung: Die pianistische Technik erfordert Finger wie "kleine Klöppel", das Spielen der Glasharmonika erfordert „reibende“ Fingerglieder, d.h. angespannte Finger. Der Abstand zwischen den Gläsern ist größer als derjenige zwischen den Tasten. Für diese sehr spezielle Spieltechnik gibt es nicht viele Lehrer…
- Eine bedächtige und schwierige Spieldynamik: Das In-Schwingung-Versetzen erfolgt langsam und bedächtig, und das Risiko, einen „falschen“ Oberton anstatt des gewünschten Grundtons der Glocke zu erzeugen, ist groß. Über das Adagio hinauszukommen ist daher besonders schwierig: „die meisterliche Beherrschung der Geschwindigkeit ist eines der Geheimnisse für eine gute Interpretation (…) Verzierungen und schnelle Passagen sind nicht für dieses Instrument gemacht. Aber "es weckt den Geschmack am Adagio und am Largo“. Man muss „Crescendo und Decrescendo“ (...) „keine zu wechselhaften Stücke spielen, die zu oft modulieren“ (Karl Leopold Röllig) „Es ist nicht für das Allegro geschaffen“ (Johann Christian Müller).
- Eingeschränkter Raum: Aufgrund ihrer Natur tragen Glasmaterialien nicht sehr weit, der erzeugte Ton ist nicht besonders kräftig. Es ist "ein Abstand zum Publikum“ erforderlich, der „weder zu groß, noch zu klein ist“ (K.L. Röllig). Trotzdem fanden die Konzerte im Verlauf der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts immer öfter in größeren Konzertsälen und immer seltener in kleinen Salons statt…

18. Jahrhundert: Ausdrucksstarke Möglichkeiten einer empfindsamen Epoche

- Von beispielloser Musikalität, sehr ausdrucksstark und genau am Puls der Zeit: „Genau wie die Flammen der großen Leidenschaft, die nur kurz lodern, ist es der Harmonika ergangen“. Es ist ein Instrument „mit dem man wunderbare und entsetzliche Effekte hervorrufen kann [...] und religiöse, extrem melancholische und edle Gefühle herauf beschwören kann“. Karl Leopold Röllig folgert: „der Effekt, den dieses Instrument erzeugt, grenzt an ein Wunder“. Johann Christian Müller schreibt in seinem Lehrbuch, „…wäre sehr glücklich, (den Musikern und Musikliebhabern) ein wenig geheime und himmlische Freude zu schenken“.

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Für einige Zeit läßt die große Begeisterung für dieses Instrument seine Mängel vergessen. Seine neuen Klänge erweitern die Palette der Komponisten, die auf der Suche nach neuen Klangerlebnissen sind. Seine „ätherischen“ Klänge fesseln und bewegen das Ende eines Jahrhunderts, in dem die Vorstellungskraft noch immer von der Existenz einer „sphärischen Musik“ und von göttlichen Harmonien beherrscht ist. Schließlich gibt das Instrument die lang ersehnte Antwort auf die Suche nach einem lang anhaltenden, in seiner Stärke modulierbaren Ton, wie es auch mit der menschlichen Stimme möglich ist.

Ein Instrument, welches „Leid fühlen“ kann

Karl Leopold Röllig schreibt „Bebende Nerven, Schwindelgefühl, Krämpfe, Geschwülste, Lähmung der Arme und Beine, eine nach der anderen erwarten mich diese Folgen durch meine starke Hingabe zu diesem Instrument [...] das Schlimmste von allem ist meine Vorstellungskraft, die mich mit offenen Augen träumen lässt […] sehe Geister der Nacht [...] die, so glaube ich, von meinem Ende sprechen […] denn ich sitze Tag und Nacht vor meinem Instrument [... jedoch...] wie konnte ich nur jemals denken, dass mein Unglück von der Quelle meines Glücks kommen kann“.

 

I. Die Glasharmonika: Gesundheit, Medizin und „die seelische Verfassung“

Ein gesundheitsschädigendes Instrument?
Die Klänge der Glasharfe lassen verblüfft zurück. 1761 schreibt Joseph Louis Roger in seinem Tentamen de vi soni et musices in corpore humano (Einfluß der Töne und Musik auf den menschlichen Körper), das 1803 ins Französische übersetzt wurde: « Der melancholische Klang der Harmonika taucht uns in eine tiefe Niedergeschlagenheit und entspannt alle Nerven des Körpers, (…) eine allgemeine Mattigkeit, die derjenigen gleicht, die der Hauch des Südwinds mit sich bringt (...), so dass auch der stärkste Mann nicht länger als eine Stunde zuhören kann, ohne sich krank zu fühlen (…) dieses Instrument, aus dem man noch nicht einmal alle Möglichkeiten herausgeholt hat, wurde von einem Engländer namens Puckridge entdeckt, der die Idee von den Persern entlieh“. Es heißt sogar, dass die äolische Harfe Fieber hervorrufen kann…
Bei der Glasharmonika versucht man den ständigen direkten Nervenreiz durch den Einbau einer Klaviatur zu begrenzen.

Ein wohltuendes Instrument
Den Kritikern widerspricht G.P. Harsdorfer 1636, mit der Aussage, daß die mit den Gläsern erzeugte Musik "Blutarmut“ kurieren kann, und im 18. Jahrhundert bedient sich Fabre d’Olivet der Glasharmonika, um mit seinen Tauben zu kommunizieren und ihre Empfindungen zu studieren.

Ein ausdrucksstarkes Instrument
Es ist die Ambivalenz dieser Effekte (Glückseligkeit und Traurigkeit), die das 18. Jahrhundert berührt. Bis in die heutige Zeit bewahrt die Glasharmonika ihre suggestive Kraft und kann widersprüchliche Emotionen hervorrufen: Eine verführerische Kraft, attraktiv für die einen; eine Qual, abstoßend für die anderen…
Das Ende des 18. Jahrhunderts und der Übergang ins 19. Jahrhundert werden von der Melancholie und Tränen getragen. Die Vorrreiter, „die sensiblen Gemüter“, die Virtuosen der Aufklärung (Cecilia Davies, Johann Gottlieb Naumann, Maria Kirchgessner, ...) gehen der romantischen Epoche der Leidenschaft voraus. Sie erleben melancholische Krisen und finden in der Klangfülle der Glasharmonika die Antworten für ihren Gemütszustand. Diese übermäßige Empfindsamkeit führt bis zur totalen Erschöpfung und erzeugt einen starken emotionalen Druck, wodurch häufige Ruhephasen notwendig sind!

 

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II. Der Fall Franz Anton Mesmer
Man gibt Franz Anton Mesmer (1734-1815) die Schuld für den Niedergang der Glasharmonika und bezeichnet ihn aufgrund seiner Anwendungsweise des Instrumentes als ihren „Totengräber“. Erinnern wir uns an den « unheimlichen“, ja „dämonischen » Ruf, der die Harmonika bereits vor dem Umzug des Arztes nach Paris umschwebt. Die Fakten in wenigen Worten :
(1) In Paris, Place Vendôme, in seiner Praxis: In einem Nebenraum des Saales mit dem Holzzuber (reserviert für zahlende Patienten), spielt ein Orchester mit Bratsche, Pianoforte, Flöte und Sopranstimme. Niemand hat diese vier Instrumente jemals beschuldigt, gefährlich für die geistige oder körperliche Gesundheit der Zuhörer zu sein. Man « mesmerisiert » all diese Instrumente, um sie zu guten Trägern für Magnetströme zu machen. Ebenfalls in Paris, außerhalb der Klinik, spielt F. A. Mesmer in privaten Salons auf der Glasharmonika, mit einer Feinfühligkeit, die von den Zuhörern sehr gelobt wird. Zeitweise begleitet er das Spiel mit der Stimme. Folglich weiß er das Instrument auch zum künstlerischen Ausdruck und zur Unterhaltung einzusetzen.
(2) Die mesmerische Therapie arbeitet mit der Erregung, der Verherrlichung der Emotionen. Die für den Patienten speziell ausgewählte Musik soll dazu dienen, ihn in einen veränderten Bewusstseinszustand (in Trance) zu versetzen. In diesem Fall ist die Harmonika also nicht als beruhigende Stütze eingesetzt worden.
(3) Der Ton ist ein materielles Medium, um Ströme zu transportieren, wie es auch der Magnetiseur und seine Spiegel sind. In seinem „16. Entwurf zum animalischen Magnetismus“ präzisiert F.A. Mesmer: « der animalische Magnetismus wird „durch den Ton“ übertragen, verbreitet und verstärkt“ (und nicht durch die Musik).
(4) F. A. Mesmer ist ein ausgezeichneter Musiker, ein Missionar der Glasharmonika (er möchte sie in den letzten Augenblicken seines Lebens hören). C. W. Gluck ist von seinen Spielkünsten auf diesem Instrument beeindruckt (Paris, 1779). Er ermutigt ihn, auf von ihm organisierten romantischen Abenden seine improvisatorischen und gesanglichen Talente weiterzuentwickeln. Als Freund von Gluck und Piccini ergreift Mesmer für keinen der beiden Partei, er steht allerdings anderen „rebellischen“ Musikern jener Zeit näher (Wolfgang Amadeus Mozart et Joseph Haydn). Seine starke Anziehung von der Harmonika ähnelt der Passion anderer Musikliebhaber dieser Zeit.
(5) Es sind seine medizinischen « Kollegen », die sich auf seine neuartige Musiktherapie stürzen – die erregt anstatt zu beruhigen – um im Endeffekt sein Behandlungsverfahren als Ganzes anzugreifen. Zu dieser Zeit muss die Musik in den Augen musiktherapeutischer Psychiater dazu dienen, die Sitten zu besänftigen, nicht Emotionen zu erregen. Die Traditionalisten stützen ihre Anfechtungen auf die « unreine », »diabolische“ und „verbotene“ Anwendung des neuen Instrumentes.
(6) Zusammenfassend stehen wohl hinter diesen Angriffen auch Attacken auf die Erotik der „Hypnosesitzungen“ - bei denen die Musik ebenfalls eine große Rolle spielt. Die Kontrollkommission ist überzeugt, dass die Musik Erregungen erzeugt, und dies vor allem bei Frauen. Diese „erleiden“ auf diese Weise die Erweckung von angenehmen Empfindungen. Die Glasharmonika erscheint also in einem negativen Bild, weil sie mit einer nicht länger unschuldigen, unterhaltenden Musik verbunden wird, die man im Lehnstuhl genießen kann, sondern mit einer geheimen und versteckten Welt in Zusammenhang gebracht wird. Sie wird zum Sündenbock seitens einer lebhaften Kritik, die der Furcht vor neuen Therapieformen entspringt.
Im 19. Jahrhundert ist die Glasharmonika nicht das einzige Instrument, dem man eine schädliche Wirkung auf das Seelenheil zuspricht; auch die Geige Niccolò Paganinis wird als Teufelsinstrument, eines Verführers angesehen, der die Frauen in seinen Bann schlägt… Und im 20. Jahrhundert verbieten einige Gemeinden das Spielen der Singenden Säge auf ihrem Territorium…

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Hypothesen für die Ursachen des Niedergangs

Jede Epoche hat ihre Lieblingsklangfarben. Eine Vielzahl von Instrumenten hat die Aufmerksamkeit der Komponisten erregt, ohne einen dauerhaften Platz im westlichen Symphonieorchester zu erhalten: Die Glasharmonika ist eines davon.
Es kann mehrere Ursachen dafür geben, dass das Instrument in Vergessenheit geraten ist:
- Hoher Kaufpreis, extreme Zerbrechlichkeit und (im 18. Jahrhundert) Reparaturschwierigkeiten.
- Die Fertigung stützt sich auf ein komplexes handwerkliches Wissen.
- Fehlende akustische Kraft.
- Interessantes Repertoire, aber es entspricht nicht mehr dem Geschmack des Publikums und den gegebenen Darbietungsbedingungen.
- Entwicklung einer extremen Empfindsamkeit.
- Mangelhafte oder fehlende Ausbildung
- Starke Konkurrenz durch das Klavier: kräftig, solide und für das Orchester geeignet.
- Pseudowissenschaftliche und -medizinische Vorurteile
- Eingeschränkte Verwendung aufgrund grundlegender Eigenschaften des Instruments: seine geringe Intensität, der eingeschränkte Tonumfang, Beschränkung auf langsame Spielweisen, Schwierigkeiten, die Glocken in Schwingung zu versetzen oder hohe und tiefe Töne gleichzeitig zu spielen.

Das Repertoire

* Instrumentalmusik.
[IM AUFBAU]

* Vokalmusik
In den 1780ern schätzt man die Verschmelzung der Singstimme und der Glasharmonika aufgrund ihrer ausdrucksstarken „Ähnlichkeit“ und ihre Möglichkeit, crescendo und decrescendo zu spielen (die anderen Klavierinstrumente dieser Epoche verfügten nicht über diese Fähigkeit). Karl Leopold Rollig hebt diese Qualitäten besonders hervor und komponiert für dieses Duo. Allerdings besteht er darauf, dass das Gleichgewicht zwischen dem Gesang und dem Klangverhalten der Glasharmonika gewahrt bleibt.
Das 18. Jahrhundert liebt die Vokalmusik. (Auch wenn das Interesse gegen Ende des Jahrhunderts aufgrund ihrer Klangvielfalt immer mehr zu Instrumentalmusik übergeht.)
- Puckridge beginnt seine Karriere an der Glasharfe als Begleitung zum Gesang von John Carteret Pilkington.
- Ann Ford schlägt 1761 vor, Gesang und Glasspiel zu vereinen: "an Instrument that (...) set off the Voice with greater Advantage than any other (...) and will assist and improve the Voice" [ne pas traduire]. In Ihrer Abhandlung schlägt sie Stücke für zwei Personen mit Singstimme vor.
- In Williamsburg (England) wird 1774 „La signora Castelle“ von der Glasharmonika begleitet.
- Benjamin Franklin liebt es, seinen Gesang mit der Glasharmonika zu begleiten.
- Johann Adolf Hasse (Musik) und Pietro Metastasio (Text) komponieren 1769 " l'Armonica ", eine Kantate für ein öffentliches Konzert der Schwestern Davies zur Hochzeit des Herzogs von Parma mit der Erzherzogin von Österreich. Die Kantate zelebrierte die harmonische Vermischung der beiden Klänge:

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Text der « L’Armonica »

Ah perchè col canot mio
Dolce all'ame ordir catena,
Perchè mai non posso anch'io
Filomena, al par di te?

S'oggi all'aure un labbro spande
Rozzie accenti è troppo audace;
Ma se tace in di si grande,
Men colpevole mon è.
Ardir, germana: a' tuoi sonori adatta
Volubili cristalli
L'esperta man: e ne risvelgia il raro
Concento seduttor. Col cano anch'io
Tenerò d'imitarne
L'amoroso tenor
. D'applausi e voti
Or che la Parma e l''istro
D'Amalia e di Fernando
Agli augusti imenei tuto risuona,
Saria fallo il tacer. Ne te del nuovo
Armonica strumento
Renda dubbiiosa il lento,
Il tenue, il flebil suono
. Abbiasi Marte
I suoi d'ire minitri
Strepitosi oricalchi; ua soave
Armonia, no di sdegni
Ma di teneri affetti eccitrice,
Più conviene ad amor; meglio accompagna
Quel che dall' alma bella
Si trasonde sul volto
All Sposa Real placido lume,
Il benigno cosume,
La dolce maestà. Benchè sommesso
Lo stil de' nostri accenti
A Lei grato sarà; che l'umil suono
Non è colpo o difetto;
E sempre in suono umil parla il rispetto.

All stagion de' fiori
E de'novelli amori
E grato il molle fiato
'un zeffiro leggier.

O gema tra le fronde
O lento increspi l'onde;
Zeffiro in ogni lato
Compagno è del piacer.

- David August von Apel (1787) « Il trionfo della Musica » (Harmonika, Harfe und 3 Sopranstimmen).
- J.C. Moller, 1794 spielt seine Kompositionen mit 2 Tenören.
- Verschiedene Opern weisen den Klängen der Glasharmonika einen besonderen Platz in der allgemeinen Stimmung des Werks zu:
- Johann Friedrich Reichardt (1802) "Herkules Tod"
- Gaetano Donizetti (1835) "Lucia di Lammermoor"
- Mikhaïl Ivanovitch Glinka (1842) " Ruslan und Ludmilla"
- Richard Strauss (1918)" Die Frau ohne Schatten"

Die Glasharmonika findet sogar in Dramen ihren Platz:
- Ludwig van Beethoven verwendet für das "Melodram" in Leonore Prohaska (1815) die Klänge der Glasharmonika zur Begleitung des Sprechgesangs.
- Johann Christoph Friedrich von Schiller "Die Jungfrau von Orléans" (1801): Begleitung des Monologs „Johannas Abschied“
- Samuel Taylor Coleridge "Osorio" (1797) überarbeitet "Remords" (1816) und wünscht sich die Begleitung einer Glasharmonika (oder als weitere Möglichkeiten eine Celestina oder Metallorgel von Clagget).

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Außerhalb dieser Dramen wird die Glasharmonika in Begleitung von Deklamationen gespielt und ist auch Darsteller in manch anderem Schauspiel: Die Herren Gyngell in London, Schubert in Leipzig, Étienne-Gaspard Robertson (Fantasmagories) verknüpfen die Glasmusik mit Projektionen der Laterna magica.

Die Durchsicht der Korrespondenzen und der Pressemeldungen lassen das Vorhandensein zahlreicher Werke für Glasharmonika-Duos und Trios vermuten, die es allerdings noch wiederzufinden gilt.
Erinnern wir uns, dass zahlreiche Stücke für Pianoforte und/oder Glasharmonika geschrieben wurden.

Literarischer und philosophischer Erfolg

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Der Enthusiasmus für die Glasharmonika ist gegen Ende des 18. Jahrhunderts ungebrochen. Dieses „populäre“ Instrument bietet den Interpreten und dem Publikum – im Rahmen der ihm durch die hohen Kosten und die schwierige Spielweise auferlegten Grenzen - eine unvergleichliche Klangwelt. Mit der Ausdrucksfähigkeit ihrer vielsagenden Klänge und der Leidenschaft, die sie weckt, fügt sich die Glasharmonika schließlich endgültig in die künstlerische und literarische westliche Vorstellungswelt ein. Die Findigkeit des Systems beflügelt die Erfinder, die Wissenschaftler und die Techniker.

Die Strömungen der ausklingenden Aufklärung, der romantischen und postromantischen Epochen prägen die Glasharmonika und aus ihrem Siegeszug scheint – ganz zart - ein unendlicher Raum zu entstehen. Das Instrument und seine mit dem Hauch einer gewissen „Fremdartigkeit“ gezeichnete Musik, werden zum Zeichen und/oder zur Zauberformel für die Erlangung des „Absoluten“, des einzigen „Ideals“: Als Begleiter auf dem Weg zur Einweihung öffnen sich für einige die Pforten des „Okkulten“, die das "Unaussprechliche" verheißen...
- Claude Nicolas Ledoux integriert die Glasharmonika als musikalischen Pfeiler in seiner idealen Form der Architektur.
- E.T.A. Hoffmann: Der Schriftsteller verwendet die Glasharmonika in zahlreichen seiner Novellen (Der Sandmann, Brief des Kapellmeisters Johannes Kreisler,…) und veröffentlicht in seiner Eigenschaft als Musikkritiker auch viel gelesene, doch widersprüchliche Urteile.
- Novalis arbeitet mit Konsonanten und Vokalen: « Die Konsonanten sind die Positionen für das Fingerspiel auf einem Musikinstrument, (…die) Struktur des Instrumentes. Harmonica. Euphonie. Klavierharmonika. Warum klingen die Wellen und Wasserströmungen nicht? "Akustik" der Luft. Vibrationen einer elektrisch aufgeladenen Glocke.“
Fixlein, Titan, Leben des vergnügten Schulmei- Johann Paul Friedrich Richter: Hesperus, Leben des Quintus sterlein Maria Wutz in Auenthal: „…die untergehende Sonne vergeht wie eine Rose; das Abendrot beleuchtet die nahende Nacht, und die Natur spielt von morgens bis abends auf der Harmonica der Philomena“ (La Coupe).
- Christoph Martin Wieland: Die Harmonika...
- François-René, Vicomte de Chateaubriand: „Das Ohr eines Sterblichen glaubt, die Klänge einer göttlichen Harmonika zu hören “ (Natchez)
- Adam Bernard Mickiewicz: Große Improvisation
- Théophile Gauthier: „dieser Klang der Saite, vibrierend wie die Harmonica (Clair de lune sentimenta)l.
- Franz Liszt vergleicht in Frédéric Chopin die Feinsinnigkeit der Gefühle von Chopin „mit dem Duft von Eisenkraut" oder „dem Spiel einer Glasharmonika“.
- Georges Sand Consuelo, La Comtesse de Rudolstadt
- Honoré de Balzac Modeste Mignon
- Gustave Flaubert: Bouvard et Pécuchet
- Élise Polko: Die Erfindung der Harmonica
- Arthur Conan Doyle: Geschichte des Spiritismus
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„Verwandte“ Instrumente

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Die Glasharmonika liefert eine nahezu perfekte Antwort auf das alte vielgesuchte Ideal einer Imitation der menschlichen Stimme mit Hilfe eines Instruments. Darüber hinaus erlaubt es, mehrere Töne auf einmal zu spielen! Durch die Unterdrückung der durch die Reibung entstehenden Nebengeräusche und die Verstärkung der Schwingungen versuchen die Erfinder, sich diesem Klangideal eines „reinen Tons“ noch weiter anzunähern ( „Naturmusik “).

- Ernst Chladni (1756-1827) erfindet das Clavicylinder: Mit Hilfe einer Klaviatur werden abgestimmte Metallstäbe an einen Glaszylinder heranbewegt, infolge der Reibung kommen sie zum Schwingen und es entstehen Töne. Als Weiterentwicklung des Systems entwickelt er das Euphon: Der Ton wird durch das Reiben von Glasstäben erzeugt, die mit Metallplatten verbunden sind: Das Glas dient dabei jedoch nurals Leiter und es ist der Klang des Metalls, den man hört „Es reagiert schneller und ermöglicht daher ein schnelleres, präziseres Spiel als mit der Glasharmonika“, (F. C. Bartl). Die reduzierten Reibungsoberflächen schwächen die Nebengeräusche ab und erzeugen einen reineren Ton, die Klangstärke bleibt jedoch bescheiden. Mendelssohn-Bartholdy schätzt besonders seinen zarten Klang: er nimmt es jedoch in keine seiner Kompositionen auf!
- Johann Christian Dietz (1773(?)-1849) erfindet das Melodion: Kupferstäbe werden durch Reibung mit einem Zinnzylinder über Metallplättchen in Schwingung versetzt.
- Johann David Buschmann’s (1773-1853) Terpodion: Eine lackierte Holztrommel wird in Rotation versetzt und reibt anschließend an Holzstäben. Ein von Carl Maria von Weber hoch gelobtes Instrument. Sein Uranion verwendet eine mit Stoff bespannte Trommel.

Weitere Instrumente mit Glas

* Klavier mit Glasplatten (Piano-Harmonica, Klavierharmonika, Glasscord, Glasschord, Cristallocorde)

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- Dieses Instrument wird von Herrn Beyer erfunden, einem deutschen Physiker, der in Paris lebt. Er präsentiert seine Erfindung 1785 vor der Akademie der Wissenschaften in Paris: Mit Seide bespannte Klöppel, über eine Klaviatur gesteuert, schlagen auf gestimmte Glaslamellen (4 Oktaven). Benjamin Franklin gibt ihm den Namen Glass-cord. Chapell konstruiert in England ein Modell mit Glasklöppel. Man nennt es auch Klavierharmonika. Franz Liszt besitzt neben Piano und Harmonium auch eine Piano-Harmonica: Er nennt sie sein "Glasharmonika-Spielzeug“.
Harmonika ist außerdem ein Name, der im 19. Jahrhundert einem Glockenspiel mit Glaslamellen verliehen wurde. Während des 19. Jahrhunderts werden alle Instrumente, die Bestandteile aus Glas besitzen, mehr oder weniger als Harmonica bezeichnet. D. Ironmonge beschreibt 1840 eine Methode für „Harmonikagläser, doppelt und einfach“: Ein Instrument mit Glaslamellen. Später sagt man dazu „Kristallophon“.
- Hector Berlioz (1803-1869): Chorphantasie zu La Tempête von Shakespeare, 1830, Klavierharmonika.
- Daniel François Esprit Auber (1782-1871). L’enfant prodige, 1850, Instrument mit Glaslamellen.
- Jacques Fromental Halévy (1799-1862) : Le Juif errant, 1852, Instrument mit Glaslamellen.
- Camille Saint-Saëns (1835-1821) : Le Carnaval des animaux (Der Karneval der Tiere), « Das Aquarium“, 1886, Harmonica (Glockenspiel mit Glaslamellen).

* Glasflöte

 

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Das Patent wurde am 10. September 1806 eingereicht:
"Herr Laurent (Claude), der bereits seit längerem nach Mitteln und Wegen sucht, um die Verzerrungen zu beheben, welche die Flöten in ihren verschiedenen Tönen aufgrund des Einflusses von hygrometrischen Schwankungen verspüren, und der gleichzeitig den Klängendieses Instruments eine vollkommene Klarheit und Reinheit verleihen möchte, hat im Kristall das richtige Material gefunden, um den Klängen die Zartheit und Reinheit, den Tönen die Unverderblichkeit und dem Instrument die Leichtigkeit zu verleihen, nach denen er sich sehnte" (...) "Die Klappen der Flöte sind mit Juwelen verziert, die dem Instrument einen hellen Glanz verleihen…". Die Schönheit dieses Instruments lädt zum Träumen ein…

* Pyrophon

 

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Im 18. Jahrhundert sprach man von der „chemischen Harmonika“.
„Ein Instrument mit singenden Flammen, ursprünglich erfunden von M. Kastner. Das Pyrophon ist ein orgelartiges Instrument, bei dem die gläsernen Pfeifen durch Wasserstoffflammen zum Schwingen angeregt werden. Wenn die Brenner so eng zusammenstehen, dass ihre kleinen Flammen sich zu einer einzigen vereinen, wird kein Ton erzeugt; wenn man sie voneinander entfernt (bzw. die einzelne Flamme in mehrere kleine Flämmchen unterteilt) , erzeugen sie mehr oder weniger hohe und tiefe Töne, abhängig von der Länge der gläsernen Röhren“ (Dict. von Littré).
Eine Erfindung von M. Georges Frédéric Eugène Kastner (1852- 1882) der ein Buch über „Die singenden Flammen“ verfasste und 1875 ein Patent dafür einreichte.

Video : Spiel auf dem von F. Kastner konstruierten Modell